Open Agentathon: Einblicke in die Welt der KI-Agenten
Am 17.11.2025 trafen sich rund 70 KI-Interessierte, Unternehmer und Vertreter öffentlicher Einrichtungen aus ganz Deutschland – und sogar aus der Schweiz und Melbourne – zum ersten Open Agentathon des Zukunftslabor Generative KI (zgki.de) von KI.SH und dem Lausitz Science Park der BTU Cottbus-Senftenberg. Die Veranstaltung bot einen intensiven Einblick in die Möglichkeiten und Herausforderungen rund um KI-Agenten und deren Einsatz in Unternehmen und Institutionen.
Von Kiel bis Australien: Gemeinsam KI-Agenten testen
Die Teilnehmenden hatten unterschiedliche Interessen und Hintergründe: von Gründern und Lehrenden bis hin zu Mitarbeitern aus unterschiedlichsten Branchen. Die Stimmung war geprägt von Neugier, Experimentierfreude und dem Wunsch nach Austausch. Während das Team des ZGKI vor Ort in Kiel moderierte, kamen 20 Teilnehmende aus Cottbus dazu. Die digitale Veranstaltung reichte über Frankfurt bis in die Schweiz und Australien, von wo aus eine Teilnehmerin bis kurz nach Mitternacht australischer Zeit am Agenthathon teilnahm. Ein klares Zeichen, dass das Interesse an KI-Agenten groß ist und weiter wächst.
Tools und Technologien im Praxischeck
Im Mittelpunkt standen nicht fertige Agenten, sondern die Vision, das Experimentieren und die konkreten Möglichkeiten, die sich mit KI-Agenten verbinden. Die Teilnehmenden nutzten verschiedene Tools wie ChatGPT, Open WebUI und vor allem N8N, um agentische Workflows zu erstellen. N8N erwies sich als besonders beliebt, da es auch für Nutzer ohne Programmiererfahrung eine Schnittstelle bietet, um komplexe Automatisierungen zu realisieren. Eine gewisse Vorerfahrung ist jedoch empfohlen, da das Tool durchaus komplex ist. Gerade für unerfahrene User können sich hierdurch Hürden bei der Einarbeitung ergeben. Einfacher fällt dann ggf. der Einstieg mit Open WebUI. Auch Genspark.ai wurde vorgestellt: Eine Plattform, die zahlreiche Agenten-Tools integriert, wenn auch mit eingeschränktem Funktionsumfang im kostenlosen Bereich.
KI-Agenten als Führungsaufgabe der Zukunft?
Prof. Dr. Doris Weßels von der HAW Kiel betonte in ihrem Impuls, dass KI-Agenten nicht nur technologische Innovationen sind, sondern zunehmend auch eine Führungsaufgabe werden. Die Entwicklung ist rasant, und die Anzahl der Anbieter und Agenten steigt kontinuierlich. Gleichzeitig warnte die Expertin davor, zwischen echten autonomen Agenten und einfachen Chatbots zu unterscheiden. Ihre bisherige Erfahrung zeigt: KI-Agenten sind noch nicht perfekt, aber sie funktionieren bereits an vielen Stellen erstaunlich gut und die Dynamik ist enorm. (Mehr über den Unterschied zwischen KI-Agenten und Chatbots erfahren Sie in unserem Beitrag zu KI-Agenten: Übertriebener Hype oder echte Revolution?)
Konkrete Projekte so vielfältig wie die Teilnehmenden
In der Arbeitsphase entstanden zahlreiche Projekte: Von einem Story-Telling-Agenten über einen LinkedIn-Recherche-Assistenten bis hin zu einem Agenten, der Beraterinnen zu unsichtbarer digitaler Gewalt gegen Frauen unterstützen soll. Besonders hervorzuheben waren die vielfältigen Anwendungsfelder. Es gab Ideen zur Unterstützung bei Abschlussarbeiten, zur automatisierten Recherche und zum Risikomanagement. Die Ideen waren so vielfältig wie das Feld der Teilnehmer:innen.
Fazit und Ausblick
Die Pitches und Ideen waren ein wahres Feuerwerk an Kreativität und ersten Umsetzungsansätzen. Die Teilnehmenden schätzten den Austausch, die Inspiration und die Möglichkeit, eigene Ideen zu testen. Die Veranstaltung war für viele der Startpunkt, sich intensiver mit KI-Agenten auseinanderzusetzen und erste Schritte in Richtung Automatisierung und Optimierung zu gehen. Dabei konnte das Team des ZGKI von KI.SH erfolgreich unterstützen.
Der Open Agenthathon hat gezeigt: KI-Agenten sind längst kein Zukunftsthema mehr, sondern bereits heute eine spannende Möglichkeit, neue Wege in der Organisation von Arbeit und ehrenamtlichem Engagement zu gehen. Wer sich mit der Technologie beschäftigt, profitiert von der Dynamik und findet im Austausch mit anderen oft genau die Impulse, die für den nächsten Schritt nötig sind. Dafür bot der Open Agenthathon eine wertvolle Plattform, um neue Tools kennenzulernen, Inspiration zu sammeln und erste eigene Lösungen zu entwickeln.
