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KI-gestützte Leistungsoptimierung in Windkraftanlagen: Machbarkeitsstudie mit Bewind

Wie lässt sich die Leistung von Windkraftanlagen weiter optimieren? Diese Frage hat KI.SH gemeinsam mit Bewind, einem Ingenieurbüro aus Rendsburg, in einer Machbarkeitsstudie untersucht. Im Fokus stand dabei die Frage, ob Künstliche Intelligenz (KI) den Anstellwinkel von Rotorblättern präziser abschätzen kann als herkömmliche Verfahren.

 

Der Anstellwinkel ergibt sich aus dem Verhältnis der Profilsehne eines Rotorblatts zur der Anströmung des Windes.

Die Herausforderung: Der Anstellwinkel als Schlüsselfaktor

Der Anstellwinkel beschreibt den Winkel, in dem die Rotorblätter im Verhältnis zum Wind stehen. Er ist entscheidend für den Auftrieb und damit für die Effizienz einer Windkraftanlage: Ein optimal eingestellter Anstellwinkel maximiert die Energieausbeute, während ein ungünstiger Winkel zu Leistungsverlusten führt.

Die Bestimmung des tatsächlichen Anstellwinkels ist in der Praxis jedoch nicht trivial. Zwar lässt sich der Pitchwinkel der Rotorblätter und die Windgeschwindigkeit messen, doch beeinflussen zusätzliche Faktoren wie turbulente Strömungen und die Bewegungsrichtung der Rotorblätter den tatsächlichen Anstellwinkel erheblich. Die konkrete Fragestellung an das KI.SH Team, bestehend aus Daniel Mansfeldt, Keno Teppris, Lasse Päplow und Rachana Niranjan-Murthy, lautete daher: Können KI-Modelle den Anstellwinkel auf Basis der verfügbaren Messdaten besser abschätzen als klassische Methoden?

Der Ansatz: Vier KI-Modelle im Vergleich

Um diese Frage zu beantworten, testete das Projektteam von KI.SH vier verschiedene Typen von KI-Modellen. Dabei wurden sowohl klassische als auch moderne Machine-Learning-Verfahren eingesetzt: Lineare Regression, Support-Vector-Machines, einfache Entscheidungsbäume und XGBoost.

Bei der Auswahl der Modelle standen zwei wesentliche Kriterien im Vordergrund: kurze Rechenzeiten und eine hohe Genauigkeit. Diese Anforderungen sind besonders wichtig, da die Modelle später in einem Regelkreis zur Leistungsoptimierung eingesetzt werden sollen. Der angestrebte Regelkreis würde wie folgt funktionieren: Zunächst erfolgt eine Windmessung und Erfassung des Anlagenstatus, anschließend wird der Windangriffswinkel mit dem KI-Modell abgeschätzt, und schließlich wird der Pitchwinkel der Rotorblätter entsprechend eingestellt.

XGBoost

XGBoost steht für Extreme-Gradient-Boosting und ist ein leistungsstarkes Machine-Learning-Verfahren. Es kombiniert mehrere schwache Entscheidungsbäume sequenziell zu einem starken Modell. Jeder neue Baum wird dabei trainiert, um die Fehler des vorherigen Baums zu korrigieren. XGBoost zeichnet sich durch effiziente Parallelverarbeitung, eingebaute Regularisierung zur Vermeidung von Überanpassung und die Fähigkeit aus, auch mit fehlenden Werten umzugehen.

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