Generative KI im Architekturbür: KI-Workshop bei Asmussen + Partner
Der Einsatz von KI ermöglicht Unternehmen, bestehende Prozesse zu optimieren, Wissen unternehmensweit zu vernetzen und dessen Potenzial gezielter auszuschöpfen. Wie sich diese Möglichkeiten konkret nutzen lassen, wurde am 18. Juni 2026 im Rahmen eines KI-Workshops beim Flensburger Architekturbüro Asmussen + Partner aufgezeigt.
Dem Workshop vorausgegangen war bereits ein Use-Case-Workshop[limk], in dem erste Anwendungsfälle identifiziert und diskutiert wurden. Aufbauend darauf folgte im Rahmen des Frameworks for GenAI driven Change des Zukunftslabor Generative KI (ZGKI) der KI-Workshop vor Ort. Begleitet wurde dieser von Dr. Eike Meyer, Martin Schanze, Darren Yeo vom ZGKI sowie Kim Reiser vom KI-Transfer-Hub der WTSH GmbH.
Generative KI und ihre Grenzen
Nach einem aktiven Start gab Eike Meyer den rund 20 Teilnehmer:innen eine Einführung in Generative KI. Als anschauliche Metapher diente dabei die KI als „sehr schlauer Praktikant“: Sie kann viele Informationen verarbeiten und aufbereiten, ist jedoch auf klar formulierte und ausreichend kontextualisierte Anweisungen angewiesen. Entsprechend ist ein präziser Prompt entscheidend für qualitativ hochwertige und zielführende Ergebnisse. Gleichzeitig bleibt das Domänenwissen der Anwender:innen unerlässlich, um fehlerhafte oder unvollständige Outputs zu erkennen und einzuordnen.
Im Anschluss stellte Martin Schanze praxisnah die im Workshop eingesetzten Tools vor. Dazu zählten das generative Sprachmodell ChatGPT sowie Codex, ein agentisches System von OpenAI, das insbesondere für die Bearbeitung konkreter, projektbezogener Aufgaben genutzt wurde.
Von der Theorie in die Praxis: Use Cases im Architekturbüro
In der Arbeitsphase arbeiteten die Teilnehmer:innen in kleinen Teams an zuvor definierten Anwendungsfällen aus ihrem Arbeitsalltag. Das Spektrum reichte von klassischen Office-Tätigkeiten wie Recherche und Textzusammenfassungen bis hin zu fachspezifischen Aufgaben, etwa der Erstellung von Bauvoranfragen oder Leistungsverzeichnissen. Während für erstere vor allem ChatGPT eingesetzt wurde, entwickelten die Teams für spezifischere Aufgaben eigene Agentenlösungen mit Codex. Bereits im Verlauf des Workshops zeichnete sich ein durchweg positives Fazit unter den Teilnehmer:innen ab. Viele der identifizierten Anwendungsfälle konnten erfolgreich mit ChatGPT und Codex bearbeitet und erste Lösungsansätze direkt erprobt werden.
Neue Perspektiven und Zeitersparnis
In der abschließenden gemeinsamen Auswertung berichteten die Teilnehmer:innen von vielfältigen Erfahrungen im Umgang mit den eingesetzten KI-Tools. Einsatzmöglichkeiten zeigten sich sowohl bei fachlichen Fragestellungen als auch im Onboarding neuer Mitarbeiter:innen oder bei Fragen zu spezifischen Softwarelösungen. Ein besonders praxisnahes Beispiel lieferte die Nutzung bei der Protokollierung: Handschriftliche Gesprächsnotizen konnten von der KI strukturiert zusammengefasst und erstaunlich zuverlässig übertragen werden. Hier sehen die Teilnehmer:innen von Asmussen + Partner ein großes Potenzial zur Zeitersparnis im Arbeitsalltag.
Besonders hervorgehoben wurde ChatGPT als wertvoller Impulsgeber: Für Rechercheaufgaben liefere das Tool schnell neue Denkanstöße und Perspektiven. Gleichzeitig wurde deutlich, dass sehr spezifische und komplexe Fragestellungen aus dem Arbeitsalltag bislang nicht immer zu vollständig zufriedenstellenden Ergebnissen führen.
Herausforderungen im Umgang mit KI
Auch das Formulieren geeigneter Prompts wurde von einigen Teilnehmer.innen als Herausforderung beschrieben. Es erfordere Übung, die richtigen Anweisungen zu geben, um verwertbare Resultate zu erhalten. Zudem wurde betont, dass die kritische Prüfung der generierten Inhalte weiterhin eine zentrale Rolle spielt – insbesondere, um fehlende Informationen oder Ungenauigkeiten zu erkennen. Gleichzeitig erleichtere KI jedoch die Ideenfindung erheblich und eröffne neue Blickwinkel auf bestehende Aufgabenstellungen.
Fazit: große Potenziale und erste konkrete Mehrwerte
Es zeigte sich, dass ChatGPT und Codex in vielen Fällen „mehr wussten als gedacht“ und teilweise sogar komplexe Fachfragen beantworten konnten, inklusive erheblicher Zeitersparnis. Die Tools wurden gezielt genutzt, um unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und Optimierungspotenziale zu identifizieren. Dabei wurde deutlich: Auch ohne perfekt formulierte Prompts liefern die Anwendungen bereits wertvolle erste Ansätze. Die damit gewonnene Zeit kann anschließend gezielt genutzt werden, um das eigene Fachwissen weiter zu vertiefen, insbesondere mit Blick auf die notwendige Bewertung der KI-Ergebnisse.
Der KI-Workshop zeigte nicht nur konkrete Anwendungsfälle auf, sondern legte auch die Grundlage für einen reflektierten und praxisnahen Einsatz von KI im Unternehmen. Die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen bieten eine wertvolle Basis, um den Einsatz von KI bei Asmussen + Partner künftig gezielt weiterzuentwickeln und nachhaltig im Arbeitsalltag zu verankern.
