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Datenpilot: KI und Business Intelligence für den Mittelstand

Land Schleswig-Holstein fördert offene und lokal installierbare Datenplattform mit 165.000 Euro.

Künstliche Intelligenz soll für kleine und mittlere Unternehmen einfacher, sicherer und praxisnah nutzbar werden. Dafür entwickelt die Datenpilot GmbH eine lokal installierbare Open-Source-Plattform, die Business Intelligence mit KI-gestützten Analysen verbindet. Am 26. August 2026 übergab Dirk Schrödter, Chef der Staatskanzlei und Digitalisierungsminister des Landes Schleswig-Holstein, den Zuwendungsbescheid in Höhe von 165.000 Euro an das Unternehmen.

Bei der Bescheidübergabe stellte Geschäftsführer und Projektleiter Tim Hansen das Vorhaben vor. Die Förderung unterstützt die Entwicklung der Plattform im Bewilligungszeitraum vom 1. April 2026 bis zum 31. März 2029, das Gesamtprojektvolumen beträgt rund 237.371 Euro.

Unternehmensdaten einfach auswerten und besser nutzen

In vielen kleinen und mittleren Unternehmen entstehen täglich große Mengen betrieblicher Daten, die beispielsweise aus Produktionsanlagen, Warenwirtschaftssystemen, der Logistik oder der Personalplanung stammen. Häufig fehlen jedoch die technischen Ressourcen und das Fachwissen, um diese Daten systematisch auszuwerten und für unternehmerische Entscheidungen zu nutzen.

Hier setzt Datenpilot an. Die Plattform soll unterschiedliche Datenquellen miteinander verbinden, strukturierte Unternehmensdaten und Zeitreihen automatisiert analysieren sowie daraus Prognosen, Hinweise auf Abweichungen und konkrete Handlungsempfehlungen ableiten. Dadurch sollen Unternehmen Entwicklungen früher erkennen und datenbasierte Entscheidungen schneller und fundierter treffen können.

KI-Funktionen für konkrete betriebliche Fragen

Die geplante Plattform verbindet klassische Business-Intelligence-Funktionen mit modernen KI-Verfahren. Dazu gehören unter anderem Prognosen, Anomalieerkennung, Klassifikation und Clustering. Ergänzend sollen lokal betriebene Sprachmodelle Assistenzfunktionen übernehmen, etwa indem sie Dashboards erläutern, Analyseergebnisse verständlich zusammenfassen oder Handlungsempfehlungen formulieren.

Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt das Beispiel eines mittelständischen Lebensmittelbetriebs. Dort fallen kontinuierlich Informationen zu Temperaturverläufen, Reinigungszyklen, Produktionsmengen und Maschinenlaufzeiten an. Datenpilot soll solche Werte automatisiert auswerten, Muster erkennen und frühzeitig auf auffällige Entwicklungen hinweisen. Zeichnet sich beispielsweise eine kritische Temperaturabweichung ab, kann das System die zuständigen Beschäftigten informieren. Gleichzeitig können die Analysen längerfristige Potenziale sichtbar machen, etwa beim Energieverbrauch oder beim Einsatz betrieblicher Ressourcen.

Weitere mögliche Einsatzfelder sind die Überwachung logistischer Prozesse, die Analyse von Lagerbeständen, die Optimierung der Personalplanung sowie die Auswertung von Qualitätskennzahlen in der industriellen Fertigung. Die Plattform ist damit bewusst branchenübergreifend angelegt.

Lokale Datenverarbeitung stärkt digitale Souveränität

Ein zentrales Merkmal von Datenpilot ist der lokale Betrieb. Im Gegensatz zu reinen Cloud-Lösungen werden die Unternehmensdaten auf den eigenen Servern verarbeitet. Gerade für Betriebe mit sensiblen Daten oder hohen Datenschutzanforderungen schafft dieser Ansatz zusätzliche Kontrolle und reduziert die Abhängigkeit von externen Plattformanbietern.

Zugleich wird Datenpilot als quelloffene und modular erweiterbare Software entwickelt. Unternehmen und IT-Dienstleister sollen die technologische Grundlage frei nachnutzen und für unterschiedliche Anforderungen ergänzen können. Offene Schnittstellen ermöglichen die Anbindung typischer Datenquellen wieCSV-Dateien, SQL-Datenbanken und REST-Schnittstellen.

Open Source als Grundlage für ein regionales Ökosystem

Neben der technischen Entwicklung verfolgt das Projekt das Ziel, ein Partnernetzwerk aus Unternehmen, IT-Dienstleistern, Beratungen und Schulungsanbietern aufzubauen. Diese Partner sollen Betriebe künftig bei der Installation, Integration, Anpassung und dem Betrieb der Plattform unterstützen . Geplant ist außerdem ein Zertifizierungsprogramm, das die Qualität der angebotenen Leistungen sicherstelltl.

Mit der Förderung schafft das Land die Grundlage für eine offene und langfristig nachnutzbare KI-Lösung aus Schleswig-Holstein. Datenpilot soll kleinen und mittleren Unternehmen einen niedrigschwelligen Einstieg in KI-gestützte Datenanalysen ermöglichen, ihre digitale Souveränität stärken und dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands nachhaltig zu sichern.

Video: Matthias Nowc – KI.SH
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