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Blinde Flecken in RAG-Systemen erkennen: Mehr Transparenz für KI-Wissensdatenbanken

Die schnelle Verfügbarkeit von Unternehmenswissen ist eines der zentralen Versprechen moderner KI-Systeme. Doch wie verlässlich sind die Antworten, wenn nicht sichergestellt ist, dass alle relevanten Inhalte tatsächlich im System vorhanden sind? An dieser Stelle setzt die 2b Innovative UG an. Das Unternehmen entwickelt mit „MyQandA“ einen Chatbot-Service, mit dem sich internes Wissen einfach hochladen und mittels Retrieval-Augmented Generation (RAG) gezielt abfragen lässt. Ein Rechtemanagement für sensible Inhalte ist ebenfalls integriert. Gemeinsam mit KI.SH untersuchte 2b Innovative in einer Machbarkeitsstudie, wie sich sogenannte „blinde Flecken“ in solchen Systemen identifizieren und sichtbar machen lassen.

Ein Teil des KI.SH-Teams berichtet von den Ergebnissen, v.l.: Dr. Pedro Rodrigues da Conceição, Dr. Alwin Klick und Marvin Kühl. Nicht im Bild: Ben Biesenbach und Josef Küstner.

Die Ausgangslage: Unvollständige Wissensbasis in RAG-Systemen

RAG-Systeme greifen auf eine Vektordatenbank zu, in der Dokumente als semantische Repräsentationen, sogenannte Embeddings, gespeichert sind. Diese machen es möglich, inhaltlich ähnliche Informationen auch dann wiederzufinden, wenn nicht exakt nach denselben Begriffen gesucht wird. Die Qualität der Antworten hängt dabei maßgeblich davon ab, ob die zugrunde liegende Wissensbasis vollständig und aktuell ist. In der Praxis entstehen Lücken: Inhalte fehlen, sind unzureichend erfasst oder werden vom System nicht zuverlässig gefunden.

Darin bestand für 2b Innovative eine besondere Herausforderung: Das System ist so ausgelegt, dass es bei unzureichender Quellenlage bewusst keine Antwort liefert. In der Praxis führte dies jedoch dazu, dass Nutzer:innen auch dann keine Antwort erhileten, wenn das benötigte Wissen grundsätzlich vorhanden war – etwa implizit bei Administrator:innen oder in externen Quellen, die nicht im System hinterlegt sind. Diese Lücken sollten daher frühzeitig erkannt und geschlossen werden, damit Nutzer:innen möglichst häufig verlässliche, quellengestützte Antworten erhalten.

Das Ziel der Machbarkeitsstudie

Ziel der Studie war es, blinde Flecken in RAG-Systemen systematisch zu identifizieren und verständlich aufzubereiten. Im Fokus stand dabei nicht nur die reine Erkennung von Lücken in der Wissensbasis, sondern auch deren inhaltliche Einordnung: Welche Themen sind unzureichend abgedeckt, und an welchen Stellen sollten Inhalte ergänzt werden?

Ein zentrales Element war zudem die Visualisierung dieser Lücken. Durch eine strukturierte Darstellung sollten Zusammenhänge im Datenraum sichtbar gemacht und Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung der Wissensbasis geschaffen werden. Langfristig ermöglicht dies eine gezielte Pflege der zugrunde liegenden Dokumente und somit eine spürbare Verbesserung der Antwortqualität von KI-Systemen.

Zur Umsetzung wurden zwei unterschiedliche methodische Ansätze verfolgt: die Analyse durch gezielte Interaktion mit dem RAG-System sowie die Untersuchung des zugrunde liegenden Embedding-Raums.

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