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KI zählt mit: Automatisierte Nematodenanalyse für nachhaltigen Pflanzenschutz

Das Zählen winziger Fadenwürmer unter dem Mikroskop ist aufwendig, zeitintensiv und erfordert geschultes Fachpersonal. Für die e-nema GmbH in Schwentinental bei Kiel ist dieser Arbeitsschritt jedoch unverzichtbar. Das Unternehmen produziert biologische Pflanzenschutzprodukte und bietet Alternativen zu chemischen Pestiziden. Dafür züchtet e-nema Nematoden - mikroskopisch kleine Fadenwürmer, die Schädlinge im Boden bekämpfen und so einen Beitrag zur nachhaltigen Schädlingsbekämpfung leisten. Um die gleichbleibend hohe Qualität der Produkte sicherzustellen, muss in jeder Produktionscharge die genaue Zahl lebender Nematoden nachgewiesen werden. Gemeinsam mit KI.SH prüfte e-nema in einer Machbarkeitsstudie, ob sich dieser arbeitsintensive Zählprozess durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz optimieren lässt.

Die manuelle Prüfung von Nematodenproben am Mikroskop

Die Ausgangslage: ein Mikrokosmos voller Details

So unscheinbar die Tiere wirken, so komplex ist ihre Analyse. In einer Probe finden sich stets auch tote Nematoden, Hautreste, Schmutzpartikel oder Luftblasen. Manche lebenden Würmer bewegen sich kaum, andere liegen übereinander. Für das geübte Auge einer Labormitarbeiterin ist das meist erkennbar, doch für eine automatisierte Lösung bestehen hier große Herausforderungen. Die Schwierigkeit: Objekte unter dem Mikroskop zuverlässig unterscheiden und korrekt klassifizieren.

Das Ziel der Machbarkeitsstudie

Die Machbarkeitsstudie verfolgte das Ziel, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem sich Nematoden zuverlässig und automatisiert zählen lassen und bei dem zwischen lebenden und toten Individuen unterschieden werden kann. Gleichzeitig sollten Störfaktoren wie Hautreste oder Schmutz ausgefiltert werden. Für e-nema wäre dies eine deutliche Verbesserung der Effizienz und Objektivität in der Qualitätssicherung: Proben könnten in kürzerer Zeit ausgewertet, Kapazitäten erhöht und die Mitarbeitenden im Labor von monotonen Routineaufgaben entlastet werden.

YOLO

YOLO erkennt Objekte in Echtzeit, indem es ganze Bilder mit einem einzigen neuronalen Netzwerk-Durchlauf analysiert. Es bestimmt Position und Klasse mehrerer Objekte gleichzeitig, genutzt zum Beispiel in Sicherheit, Medizin und Landwirtschaft.

SAM2

SAM 2 von Meta ist ein KI-Modell zur Echtzeit-Objektsegmentierung in Bildern und Videos. Es wählt, verfolgt und verfeinert Objekte flexibel über Bildfolgen hinweg – sogar bei zeitweiser Verdeckung. Ideal für präzise Analysen kleinster Strukturen.

Ergebnis: gleiche Fehlerquote in kürzerer Zeit

Die Unterschiede zur bisherigen manuellen Zählmethode sind deutlich. So konnte eine Probe, für die zuvor eine halbe Stunde unter dem Mikroskop erforderlich war, durch das KI-System in rund zwei Minuten analysiert werden – bei vergleichbarer Zuverlässigkeit. Für e-nema bedeutet das nicht nur eine Entlastung der Mitarbeitenden von repetitiven Aufgaben und eine deutliche Steigerung der Effizienz: Es können mehr Proben pro Tag ausgewertet und somit höhere Produktionsmengen auf ihre Qualität überprüft werden.

Ausblick und Fazit

Die Machbarkeitsstudie hat gezeigt, dass KI-basiertes Bildverstehen ein vielversprechender Ansatz ist, um zeitintensive Laboraufgaben zuverlässig zu automatisieren. Dieser Ansatz bietet e-nema die Chance, die Qualitätssicherung langfristig zu beschleunigen und zugleich die Prozesssicherheit zu erhöhen. Die Automatisierung des Zählprozesses entlastet die Mitarbeitenden im Labor zudem erheblich, da sie von monotonen und zeitintensiven Routineaufgaben befreit werden und sich auf anspruchsvollere Tätigkeiten konzentrieren können.
Zukünftig könnte das System weiter trainiert und somit die Fehlerquote reduziert werden. Denkbar wäre auch eine Erweiterung auf unterschiedliche Entwicklungsstadien der Nematoden sowie die Integration in die Produktions-IT. Damit würde aus einem bislang mühsamen und fehleranfälligen Prozess ein digital unterstütztes Standardverfahren entstehen.

Die Machbarkeitsstudie liefert somit ein anschauliches Beispiel dafür, wie digitale Technologien auch in spezialisierten biotechnologischen Prozessen einen spürbaren Mehrwert schaffen können: Sie sind schnell, robust und ermöglichen eine nachhaltige Schädlingsbekämpfung, die ohne chemische Pestizide auskommt.

e-nema Gesellschaft für Biotechnologie und biologischen Pflanzenschutz mbH

Klausdorfer Str. 28-36
24223 Schwentinental

Telefon +49 4307 8295-0
E-Mail: info@e-nema.de

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